Im modernen Brandschutz stehen Planer und Unternehmen oft vor der Herausforderung, schnell und zuverlässig große Mengen an Löschwasser bereitzustellen. Ob aufgrund behördlicher Auflagen, abgelegener Standorte oder temporärer Baumaßnahmen – herkömmliche Lösungen wie Beton-Zisternen oder Löschteiche sind oft zu teuer oder zu unelastisch in der Planung. Große Löschwasserbehälter in flexibler Kissenform bieten hier eine innovative Alternative, die Sicherheit, Wirtschaftlichkeit und Mobilität vereint.
Was sind flexible Löschwasserbehälter?
Diese speziellen Behälter bestehen aus hochfestem, mehrschichtigem Hochleistungskunststoff (PVC/PE), der durch technische Gewebe verstärkt ist. Im Gegensatz zu starren Tanks passen sie sich dem Untergrund an und lassen sich bei Nichtgebrauch platzsparend zusammenfalten. Mit einem Fassungsvermögen von bis zu 2.000 m³ pro Einheit sind sie in der Lage, selbst den Bedarf für industrielle Großanlagen oder großflächige Waldbrandprävention zu decken.
Die entscheidenden Vorteile gegenüber starren Systemen
Der Einsatz flexibler, oberirdischer Speichersysteme bringt eine Reihe von strategischen Vorteilen mit sich:
- Schnelligkeit und Kosten: Die Installation erfolgt nahezu unmittelbar ohne aufwendige Erdarbeiten oder Fundamente. Die Investitionskosten liegen signifikant unter denen von Stahl- oder Betonzisternen.
- Wasserqualität und Wartung: Da das System geschlossen ist, dringt kein Licht ein. Dies verhindert Algenbildung und das Wachstum von Larven zuverlässig. Zudem findet keine Verdunstung statt, und das Wasser bleibt frei von Oxidation und Verschmutzung durch Laub oder Sedimente.
- Sicherheit: Im Vergleich zu offenen Löschteichen besteht bei geschlossenen Kissentanks kein Ertrinkungsrisiko für Menschen oder Tiere.
- Mobilität: Die Behälter sind freistehend, mobil und an wechselnden Standorten wiederverwendbar. Dies macht sie ideal für temporäre Baustellen oder saisonale Waldbrandgefahren.
Technische Merkmale und Widerstandsfähigkeit
Ein hochwertiger großer Löschwasserbehälter muss extremen Bedingungen standhalten. Die verwendeten Materialien sind UV-beständig, frostfest und für einen Temperaturbereich von -30°C bis +70°C ausgelegt. Selbst bei strengem Frost bleibt das Wasser im Inneren des Tanks geschützt und einsatzbereit.
Die technische Ausstattung umfasst standardmäßig Storz-A- oder B-Anschlüsse sowie Saug- und Füllstutzen, die eine problemlose Kopplung mit gängigen Feuerwehrpumpen ermöglichen. Für die Wartung und Langlebigkeit können ergänzend spezielle Sprühreiniger zur Entfettung sowie trinkwassersichere Silikonfette für die Dichtungen eingesetzt werden.
Vielseitige Einsatzbereiche
Die Anwendungsgebiete für große Löschwasserbehälter sind breit gefächert:
- Industrie und Gewerbe: Als Sicherheitsreserve für Logistikzentren oder Produktionsstätten, besonders bei Nutzungsänderungen oder Erweiterungen.
- Landwirtschaft und Energie: Brandschutz für PV-Anlagen, Windparks oder landwirtschaftliche Betriebe in Außenlagen.
- Kommunen und Forstwirtschaft: Ergänzung fehlender Hydrantennetze im ländlichen Raum oder als strategische Reserve bei Waldbrandgefahr.
- Großveranstaltungen: Temporäre Einhaltung von Brandschutzauflagen bei Festivals oder Messen.
Anschlussoptionen für jede Wetterlage
Um die Entnahme des Löschwassers unter allen Bedingungen zu garantieren, stehen drei primäre Anschlussvarianten zur Verfügung:
- Mobile oberirdische Entnahme: Ideal für den Sommereinsatz oder temporäre Standorte, ausgestattet mit Absperrarmaturen und optionalen Thermohüllen als Gefrierschutz für die Ventile.
- Frostfreie Hydranten-Lösung: Hierbei führt eine unterirdische Trockenleitung vom Behälter zu einem Überflur- oder Unterflurhydranten (gemäß DIN 14244), was die Ganzjahresnutzung sicherstellt.
- Individuelle Rohrleitung: Direkte Anbindung an bauseits vorhandene, frostgeschützte Rohrnetze des Kunden.
Rechtliche Einordnung und Brandschutzkonzepte
Ein flexibler großer Löschwasserbehälter ist als vollwertige Komponente in behördlich geprüften Brandschutzkonzepten einsetzbar. Da die Anerkennung jedoch projektspezifisch erfolgt, ist eine frühzeitige Abstimmung mit der zuständigen Brandschutzbehörde oder der Feuerwehr dringend zu empfehlen. Sie dienen nicht nur als permanenter Ersatz für fehlende Infrastruktur, sondern auch als ideale Überbrückung während Sanierungsphasen bestehender Löschwasseranlagen.
Leave a Reply